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Pressemitteilung des Landesverbands

Bahnlärmproblem bis 2016 lösbar

Streckenneubau ist Ablenkungsmanöver 

Der BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. ist sich sicher: Im Rheintal könnte bald Ruhe einkehren, wenn die Bahn endlich die lauten Güterwaggons umrüsten würde. Die Technik ist vorhanden und mit vertretbarem Finanzaufwand einsetzbar. Bei der Vorführung „Leiser Rhein“ der Deutschen Bahn am 1.10.2012 wurde dies zum wiederholten Mal gezeigt. Wie bereits 2002 in Berlin und 2007 in Bingen, wurden die leisen Bremsen vorgeführt. „Statt immer nur vorzuführen, was machbar ist, müssen nun endlich Taten folgen“, fordert Matthias Boller, Sprecher für Verkehr im BUND Rheinland-Pfalz.

Die Umrüstung eines Waggons kostet ca. 2.000 €. Bei einem umzurüstenden Waggonbestand von ca. 400.000 Waggons würde dies ca. 800 Mio. € kosten. „Es müssen pro Jahr ca. 200 Mio. € investiert werden, dann sind in 4 Jahren alle Waggons umgerüstet“, rechnet Boller. „Das sind Summen die auch andernorts für den Lärmschutz ausgegeben werden. Etwa am neuen Flughafen Berlin: Hier  müssen derzeit zusätzliche Schallschutzmaßnahmen für ca. 600 Mio. € durchgeführt werden.“

Außerdem spare die Umrüstung mehr Geld, als sie kostet: Eine neue Güterverkehrsstrecke, die ohnehin frühestens in 30 Jahren käme, zu massivem Landschaftsverbrauch führte und viel teurer wäre als die Umrüstung der Waggons, würde durch die Umrüstung hinfällig.

Ohnehin vermutet der BUND im Verweis auf den Streckenneubau nur ein Ablenkungsmanöver, um nicht handeln zu müssen. Boller fordert: „Um weitere Umweltschäden und volkswirtschaftliche Nachteile zu vermeiden, müssen die am schnellsten wirkenden Lösungen umgesetzt werden.“

Auch Frank Groß von Pro Rheintal ist von der Machbarkeit der zügigen Umrüstung überzeugt. Nach seinen Angaben sind die Waggonbauer in der Lage, die Güterwaggons innerhalb von 4 Jahren umzubauen.

Einen weiteren Vorteil gegenüber der Neubaustrecke hebt Dr. Holger Schindler, BUND Landesvorsitzender, hervor: „Durch die Waggonumrüstung würde es nicht nur im Rheintal ruhiger sondern in ganz Deutschland.“

Darüber hinaus fordert der BUND, beim Kauf von neuen Güterwaggons auf Drehgestelle umzusteigen, die noch leiser laufen als die umgerüsteten Waggons. Diese neue Technik würde zwar zu Mehrkosten von 5.000 € pro Waggon führen, wenn es um Lärmschutz und somit Gesundheitsvorsorge gehe, müsse aber mit dem neuesten Stand der Technik gearbeitet werden, ist der BUND überzeugt.

Für Rückfragen:

Matthias Boller, Tel: 02621-61160, 0170-8005266
Sabine Yacoub, Tel: 06131-62706-0




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